Handicap & Stableford

Viele Begriffe sind schon in der Rubrik „Golferlatein“ erklärt – wer möchte, kann hier nachlesen, wie das mit dem Handicap eigentlich geht und wie das Punkte-System „Stableford“ funktioniert.

Vielleicht qualmt Ihnen beim Lesen der Kopf - leichter verständlich wird das Ganze sicher, wenn Sie es sich von einer versierten Golferin oder einem sachkundigen Golfer persönlich erklären lassen und vor allem immer wieder beim eigenen Spiel erleben. Dennoch – möglicherweise hilft dem einen oder anderen Neu-Golfer diese theoretische Grundlage vor oder nach einer persönlichen Schulung beim Regelabend oder durch Golffreunde im GCSO. Weitere Informationen zu Variationen unseres Sports erhalten Sie auch auf der Seite „Spielarten“.

Schönes Spiel!

P.S. Hier wie auf den anderen Seiten der Rubrik beschränken wir uns zumeist auf die maskuline Form „Golfer“ oder „Spieler“. Die feminine ist dabei aber natürlich immer mitgedacht – allein der besseren Lesbarkeit wegen verzichten wir auf umständliche Formulierungen, die der Gebrauch beider Formen mit sich bringen würde und bitten GolferINNEN um Verständnis.

Handicap

Handicap - der zentrale Begriff beim Golf – alles dreht sich irgendwie letztlich nur darum.

Handicap bezeichnet die Spielstärke eines Golfers und macht Spielergebnisse vergleichbar – vor allem aber schafft das Handicap den Ausgleich, der es ermöglicht, dass Spieler unterschiedlicher Spielstärke gegeneinander bzw. miteinander antreten. Jeder spielt gegen sich selbst und sein HCP, das er zu unterbieten versucht. Der „eigentlich“ schwächere Spieler (sagen wir mal mit dem HCP 24) kann dann gemessen an seinem eigenen Handicap besser als der Könner (beispielsweise mit HCP 3) spielen! Kein anderen Sport schafft so faire Bedingungen für ungleich spielstarke Mitbewerber. Stellen Sie sich vor, beim Fußballspiel eines Bundesliga-Clubs gegen eine Mannschaft der dritten Kreisklasse würde das offenkundig schwächere Team vor dem Anpfiff schon mal 10 Tore gutgeschrieben bekommen.

Zugegeben – für Anfänger ist die Sache mit dem Handicap und der Punktvergabe nach Stableford nicht leicht zu verstehen, aber wer das System einmal verinnerlicht hat, wird es auf der ganzen Welt, auf jedem Golfplatz und für jeden Golfer umsetzen können. Versuchen wir also einmal, die ganze Angelegenheit schriftlich zu entwirren und zu erklären – fragen Sie aber auch einfach bei erfahrenen Golfer/innen nach, man wird Ihnen gern helfen und das System erläutern und anhand einer Scorekarte Beispiele ausrechnen. Wer mag und die Geduld aufbringt, kann sich anhand der folgenden relativ abstrakten Auslegung schlau machen. Wenn man die Sache einmal verstanden hat, ist es ganz einfach, weil durchgängig logisch!

In Deutschland beginnt das Handicap mit der Clubvorgabe -54 (auch Platzreife). Das heißt, ein Golfer mit HCP -54 darf an jedem Loch drei (54 Schläge Vorgabe : 18 Löcher = 3) Schläge mehr als das Par des Lochs benötigen – z.B. an einem Par 4 also 7 Schläge. Bei einem Platzstandard von 72 hat der Golfer bei 126 Schlägen also genau sein HCP gespielt (126 Schläge brutto – 54 HCP = 72 netto)

Anderes Beispiel: Bei einem Platzstandard von 72 und einem Handicap von -18 darf ein Spieler also 90 Schläge benötigen, um sein Handicap zu bestätigen. Hat ein Spieler Handicap -10, so benötigt er auf einem Platz mit einer Spielvorgabe von 72 durchschnittlich 82 Schläge. Das Handicap eines Golfers gibt also immer an, wie viele Schläge mehr als Platzstandard der Spieler (in einem Zählspiel) benötigen darf, um sein Handicap zu spielen.

Das „offizielle“ Handicap beginnt bei -36. Zur Berechnung der Vorgabe für Golfer unter HCP -36 dient die Stammvorgabe, die auf eine Kommastelle genau ist. Man beachte das Minus – denn bei einem HCP besser als 0 wechselt es zu + ! Es ist allerdings kein Spieler bekannt, der ein Handicap von besser als +8 erreicht hat (der also so gut spielt, dass er schon vor dem ersten Abschlag gewissermaßen „8“ liegt...). Spieler einer solchen Spielstärke wechseln wohl besser zu den Pros auf die Tour, die dann aber alle mit „0“ antreten und nur um „Brutto“ spielen.

Die jeweilige Spielvorgabe, die ein Spieler mit einer bestimmten Stammvorgabe auf einem Golfplatz hat, ergibt sich aus dem Course-Rating (*siehe unten) bzw. aus dem Slope-Wert (*siehe unten) des zu spielenden Platzes – in einer Tabelle ist jeweils nachzulesen, mit welcher Spiel-Vorgabe man einen Platz zu spielen hat. Ist ein Platz schwieriger eingestuft als der Heimatplatz, bekommt man mehr Vorgabe und umgekehrt. Das Handicap wird vom jeweiligen Heimatclub geführt und kann sich in vorgabewirksamen Turnieren oder EDS-Runden (Extra Day Score – *siehe unten) ändern.

Vielleicht holen Sie als geneigter Leser sich jetzt mal eine GCSO-Scorekarte (auch hier auf der Homepage unter „Der Platz“ erhältlich) und verfolgen anhand dieser Scorekarte die weiteren Erklärungen – denn das Punkte-System „Stableford“ ist die Grundlage für die Berechnung des Spielergebnisses und des ggf. neuen Handicaps. An einem Beispiel wird das im Folgenden erklärt. Keine Sorge – all das lernt man (genau wie die korrekte Anwendung der Regeln) so richtig erst auf dem Platz, am Regelabend und in Unterhaltungen mit Mitspielern und Golffreunden. Vielleicht schreiben Sie in der Scorekarte mit, um nachzuvollziehen, was passiert.

Nehmen wir als Beispiel einen Golfer mit Stammvorgabe -22,4, der auf dem Platz des GCSO die Spiel-Vorgabe -24 hat (abzulesen in der Tabelle unter „Der Platz“ / unterhalb der Scorekarte). Diese 24 Schläge, die er mehr brauchen darf, als der Platzstandard (72) ist, verteilen sich wie folgt:

An jedem Loch schon mal einen Schlag mehr – sind 18. Die restlichen 6 bekommt der Golfer an den 6 schwersten Löchern des Platzes gut geschrieben. Die Scorekarte zeigt eine Spalte mit dem Titel „Vorgabe“ (auch „Stroke“ der Löcher) – dort kann man sehen, welchen Schwierigkeitsgrad die einzelnen Löcher haben. Das schwierigste Loch mit der Vorgaben-Nummer 1 ist bei uns das Loch 6, das zweitschwerste ist die 13, das drittschwerste die 5 – und so weiter....das leichteste (mit der Vorgabe 18) ist das Loch 14. Neben der Länge sind die gesamte Gestaltung und Topographie eines Lochs sowie die durchschnittlichen Spielergebnisse die Bewertungsgrundlage für seine Einstufung, die der DGV (Deutscher Golf-Verband) vornimmt.

An den 6 schwersten Löchern (nämlich der 6, der 13, der 5, der 12, der 7 und der 16) erhält der Golfer mit Spielvorgabe -24 folglich nicht nur einen, sondern zwei Schläge „Bonus“ – denn nichts anderes ist das Handicap.

Stableford

Nun startet unser Golfer also in ein vorgabewirksames Wettspiel nach Stableford. Diese spezielle Form des Zählspiels wurde 1898 von Dr. Gordon Stableford erfunden, 1932 erstmals offiziell gespielt und 1968 in die Golfregeln aufgenommen. Sinn des Systems ist, Punkte gemäß der eigenen Spielvorgabe zu erlangen – und wenn es aufgrund zu vieler Schläge nicht mehr möglich ist, einen Punkt zu bekommen, hebt man den Ball einfach auf und startet am nächsten Loch neu durch. Das beschleunigt das Spiel, denn man muss nicht bis zum bitteren Ende spielen... und sich nicht wie beim Zählspiel ggf. eine „15“ als Lochergebnis aufschreiben.

Die Anzahl der Punkte am Ende ist entscheidend. Ein Spieler erhält danach Punkte wie folgt:
drei unter Par (Albatross) = 5
zwei unter Par (Eagle) = 4
eins unter Par (Birdie) = 3
Par = 2 Punkte
eins über Par (Bogey) = 1
zwei über Par (Double-Bogey) oder schlechter = 0

Diese Aufstellung ist auf „Brutto-Punkte“ bezogen. Zu Brutto und Netto kommen wir noch...

Angeglichen an sein Handicap bekommt jeder Golfer für das individuell vorgesehen Ergebnis (quasi sein „persönliches“ Par) an einem Loch 2 Netto-Punkte – wer z.B. aufgrund seiner Spielvorgabe -18 also an jedem Loch „einen vor“ hat, erhält für jedes Bogey 2 Stableford-Punkte – für jeden Schlag weniger einen Punkt mehr und für einen Schlag mehr einen Punkt weniger. Spieler mit der Spielvorgabe -54 bekommen an jedem Loch drei Schläge mehr als das Par des Lochs zugebilligt und erhalten deswegen für eine 7 an einem Par 4 ihre zwei Stablefordpunkte. Wenn man sowieso keinen Punkt mehr erspielen kann, bricht man das Loch ab, packt den Ball in die Tasche und beschleunigt so das gesamte Spiel.

Jeder Spieler, der 36 Stableford-Punkte gespielt hat, hat also sein Handicap genau gespielt – egal, wie hoch oder niedrig das HCP ist.

Auf der Scorekarte unseres Beispiel-Golfers sind gemäß seines Handicaps vertikale Strichelchen zu jedem Loch vom Club-Computer (oder natürlich selbst geschrieben – die meisten Golfer kriegen das aber irgendwann ohne Strichelchen malen hin) vermerkt, die dem Golfer zeigen, wie viele Schläge er an jedem Loch „vor“ hat – so sieht er an den Löchern 1 bis 4 je einen Strich. Das bedeutet, er sollte an diesen Löchern für 2 Punkte je ein Bogey spielen. Am ersten Loch bekommt er für eine 5 (= Par 4 plus einen Schlag Vorgabe) die 2 Punkte, am zweiten Loch für eine 6 (= Par 5 plus 1 Vorgabe) u.s.w.

An den Löchern 5, 6, und 7 darf unser Golfer je ein Doppel-Bogey (2 über Par des Lochs) spielen, um auch wieder 2 Stablefordpunkte zu bekommen. So wäre die Verteilung ideal – aber natürlich spielt unser Herr nicht an jedem Loch exakt die rechnerisch vorgesehenen Punkte. Für eine gespielte 6 am ersten Loch bekommt er nur einen Stableford-Punkt, dafür bringt eine 5 an Loch 6 glatte drei Punkte. Eine 7 an Loch 9 bringt dem Golfer keine Punkte mehr – er lag mit dem sechsten Schlag zwar auf dem Grün, aber da er an diesem Par 4 nur einen Schlag vor hat, hätte die 6 ihm einen Punkt gebracht, die 7 aber keinen mehr. So nimmt der Golfer den Ball auf und bedient seinen Mitspielern die Fahne, statt selbst zu putten.

Auf seiner Scorekarte, die aber im Turnier der Mitspieler ausfüllt, wird in seiner Spalte – der Spalte „Spieler“ - ein Querstrich gemacht, der anzeigt, dass keine Punkte erspielt wurden. Für den späteren Vergleich notiert unser Golfer den Score des Mitspielers, dessen Karte er führt und vermerkt sein eigenes Ergebnis in der für ihn vorgesehenen Spalte „Zähler“.

Nach der Runde zeigt die Addition der Punkte aller Löcher, ob und um wie viel der Golfer sein HCP verbessert hat, ob es gleich geblieben ist (bei 36 Punkten genau HCP gespielt) oder ob er heraufgesetzt wird (dazu auch später...).

Um Neu-Golfer/innen mit Clubvorgabe -54 bzw. PE ihr Spiel zu verdeutlichen, beschreibe ich jetzt das Ganze noch mal kurz für dieses Handicap: Als Herr spielen Sie auf dem relativ schwer eingestuften Platz des GCSO die Spiel-Vorgabe 58, als Dame starten Sie mit 60 - denn für Frauen ist der Platz noch schwerer. Damen haben also an allen 18 Löchern schon mal 3 Schläge vor (drei mal 18 sind 54), dazu noch die 6 Schläge extra an den 6 schwersten Löchern. Für Herren gilt: 4 Extra-Schläge an den 4 schwersten Löchern.

Präparieren Sie sich doch mal eine Scorekarte und gehen gedanklich durch, wo Sie wie viel Vorgabe bei welchem Handicap haben und welche Schlagzahl an den Löchern wie viel Punkte geben wird.

HCP 60 ... eine 8 am 5. Loch, eine 9 am 7., eine 6 an der 14 ...

Drücken wir Ihnen die Daumen, dass Sie nicht nur schnell mit dem Handicap runter kommen, sondern auch die Regeln, die Etikette und die Spielformen im Griff haben – Sie werden Ihr Spiel um so mehr genießen.

Spielt man besser als sein aktuelles Handicap (also mehr als 36 Stablefordpunkte), wird das HCP nach einem Schlüssel heruntergesetzt - und wenn man seine Vorgabe nicht spielt bzw. die zugebilligten „Schonschläge“ (dazu gleich) nicht einhält, wird man ab HCP -35,9 um 0,1 im HCP hoch gestuft.

Dazu muss man wissen: Golfer sind in verschiedene Handicapklassen eingeteilt:
Handicap - Klasse 1 4,4 oder besser
Handicap - Klasse 2 4,5 bis 11,4
Handicap - Klasse 3 11,5 bis 18,4
Handicap - Klasse 4 18,4 bis 26,4
Handicap - Klasse 5 26,5 bis 36,0
Handicap - Klasse 6 37 bis 54

Also weiter:
Die Verbesserung des HCP geschieht durch das sogenannte Unterspielen, d.h. man spielt auf einer vorgabewirksamen Runde besser, als man es laut eigenem Handicap eigentlich hätte tun müssen. Man hat also 37 oder mehr Punkte gespielt. Je nach Handicapklasse wird jeder Schlag, um den man sich unterspielt hat unterschiedlich gewertet und man wird entsprechend runter gesetzt.

Handicap - Klasse 1 0.1 Punkte je unterspieltem Schlag
Handicap - Klasse 2 0.2 Punkte
Handicap - Klasse 3 0.3 Punkte
Handicap - Klasse 4 0.4 Punkte
Handicap - Klasse 5 0.5 Punkte
Handicap - Klasse 6 1 Punkt

Das Rechenbeispiel dazu:
Unser Spieler des GCSO mit Stammvorgabe 22,4 tritt mit HCP -24 an (siehe Tabelle) und unterspielt sich um 6 Schläge (42 Stableford-Punkte bzw. eine 90er Runde). In Handicapklasse 4 kommt er 0,4 Punkte je unterspieltem Schlag runter – also 6 x 0,4 = 2,4 Punkte. 22,4 minus 2,4 ist 20,0 – seine neue Stammvorgabe ist also 20,0 und laut Spielvorgabentabelle tritt der Golfer ab jetzt mit Spiel-Vorgabe 22 bei uns an. Herzlichen Glückwunsch! Das CSA (*siehe unten) kam an dem Tag nicht zum Tragen – es bleibt bei 42 Punkten und unserer Rechnung.

Die beiden Schläge, die er nun weniger Vorgabe hat, werden ihm an den beiden leichtesten Löchern, an denen er bisher noch zwei Schläge vor hatte weggenommen – das neue HCP gilt ab dem nächsten Turnier. Am sechstschwersten und fünftschwersten Loch (der 16 und der 7, wie Sie auf Ihrer Scorekarte nachvollziehen können) hat unser Mann nun auch (nur) noch je einen Schlag Vorgabe.

Noch komplizierter wird die Rechnung, wenn ein Spieler die Handicap-Klassengrenzen innerhalb der Berechnung des neuen Handicaps überschreitet. Hier wird der Spieler solange mit dem für eine Klasse geltenden Maß heruntergesetzt, bis er die Klassengrenze überschreitet. Sind nun noch unterspielte Schläge übrig, wird er mit dem für die neue Handicap-Klasse geltenden Maß weiter heruntergesetzt. Nur gut, dass der Computer im Sekretariat Bescheid weiß...

Natürlich kann man sich beim Golf nicht nur verbessern, sondern man kann sich (leider) auch verschlechtern – was dummerweise oft genug vorkommt. Wenn man schlechter als das eigene Handicap gespielt hat und dabei auch den sogenannten Schonbereich (siehe nächste Tabelle) nicht erreicht, wird man um („nur“) 0,1 im HCP hochgesetzt - Spieler der HCP-Klasse 5 werden um 0,2 heraufgesetzt.

Schonschläge:
Klasse 1 - Schonbereich: 1 Schlag (entspricht 35 Netto-Stableford-Punkten)
Klasse 2 - 2 Schläge (entspricht 34 Punkten)
Klasse 3 - 3 Schläge
Klasse 4 - 4 Schläge
Klasse 5 - 5 Schläge
Klasse 6 - werden nicht hochgesetzt

Brutto / Netto

Im Zählwettspiel (und auch im Zählspiel nach Stableford) tauchen diese Begriffe immer wieder auf – ihre Bedeutung ist ganz einfach: „brutto“ bezeichnet die tatsächlich gespielte Schlagzahl, „netto“ ist die Schlagzahl minus Handicap. Unser GCSO-Golfer hatte eine 90 Schläge gespielt – zieht man seine Vorgabe 24 ab, ergibt sich netto eine 66.

Wenn nun an dem Tag Bernhard Langer zu Gast war und eine 67 (neuer Platzrekord!) gespielt hat, so hat unser Golffreund dennoch gegen den Pro (Berufsgolfer haben alle HCP 0) gewonnen und darf voller Stolz erzählen, dass er Bernhard Langer netto um einen Schlag besiegt hat.

Auch Stableford-Punkte gibt es brutto und netto – wie zu Beginn der Erklärung erwähnt. Das wahrhaftig gespielte Par eines Lochs bringt 2 Brutto-Punkte, ein Bogey entsprechend einen Brutto-Punkt, Birdie drei Punkte. Ein Golfer, der an einem Loch „einen vor“ hat, erhält also für ein Bogey zwei Netto-Punkte, aber auch einen Brutto-Punkt. Eine Runde von 36 Brutto-Punkten (18 mal 2 Brutto-Punkte) ist also wahrhaftig mit 72 Schlägen bewältigt worden – sensationell. Eine Runde mit 36 Netto-Punkten wurde mit netto errechneten 72 Schlägen gespielt – es kann z.B. sein, ein Spieler hat das HCP 32 und hat eine 104 gespielt oder ein Spieler mit HCP 14 hat eine 86 gespielt. Beide haben netto 72 und damit 36 Netto-Punkte und ihre Vorgabe gespielt.

Aufgrund des Stableford-Systems kann man nicht immer mit Bestimmtheit sagen, was für eine „tatsächliche“ Brutto-Runde jemand gespielt hat, denn da der Ball ggf. ja gar nicht bis ins Loch gespielt wurde, kann man auch nicht sagen, wie der Score an einem Loch gewesen wäre. Dennoch werden die Punkte oft gut die Spielqualität wiedergeben – und wer keinen „Strich“ gemacht hat, hat wie im Zählspiel gegolft.

Im Zählwettspiel muss man ja auf jeden Fall jedes Loch beenden – aber auch dann werden zur Berechnung des verbesserten, gleichgebliebenen oder verschlechterten Handicaps die Netto-Stableford-Punkte herangezogen. Es kann im Zählwettspiel vorkommen, dass man zwar schlechter als sein Handicap gespielt hat, aber dennoch 36 Punkte nach Stableford gespielt hat – nämlich wenn man z.B. an einem Loch 15 Schläge gespielt hat, was sich auf den Score verheerend auswirkt aber da die anderen Löcher sauber gespielt waren die Stablefordpunkte immer noch passen.

Haben Sie tatsächlich bis hierher gelesen?
Ich hoffe, etwas Licht ins Dunkel der Golf-Theorie gebracht zu haben und freue mich, wenn Ihre Mitspieler/innen Sie für Ihre Sachkunde bewundern. Viele weitere Feinheiten werden Sie schnell lernen, denn vor allem als Neu-Golfer/in werden Sie sich sicher weiter intensiv mit allem, was unser Sport so bietet befassen – dabei und auf dem Platz wünsche ich Ihnen viel Spaß!

(Verfasst von Britta Säckler)

* Hier noch mal ein paar Definitionen aus der Seite „Golferlatein“, die Sie für diese Seite auch gut brauchen können:

Course Rating (CR-Wert)

Einstufung eines Golfplatzes hinsichtlich seines Schwierigkeitsgrades. Bemessungsgrundlage ist ein fiktiver Spieler mit Handicap 0, der den Platz unter normalen Platz- und Wetterbedingungen spielt. Der Course-Rating-Wert hängt von der Spiellänge des Platzes und vielen weiteren Faktoren ab. Dieser Wert kann manchmal bis zu 10 Schläge vom eigentlichen Par abweichen. Auf Basis des Rating kann jeder Golfer sein DGV-Handicap auf fremden Plätzen anhand einer Tabelle anpassen. (siehe auch „Slope“) Der CR-Wert des GCSO ist für Herren 71,1 und für Damen 73, 1 – der Platz ist also für Damen schwerer als für Herren...da können sie über die vermeintlichen Längenvorteile meckern wie sie wollen...

Slope

Der „Slope“ ist eine Zahl, die den Schwierigkeitsgrad eines Platzes angibt. Als Course- und Slope-Rating bezeichnet man die Einstufung der Schwierigkeit eines Golfplatzes. Das Par berücksichtigt lediglich die Länge eines Lochs – beim Course-Rating werden auch Besonderheiten wie Wasserhindernisse, Bunker oder Gefälle widerspiegelt. Der Course-Rating-Wert bezeichnet die durchschnittliche Anzahl von Schlägen, die ein Scratch-Spieler für die Absolvierung des Platzes benötigt. Dieser Wert kann manchmal bis zu 10 Schläge vom eigentlichen Par abweichen. Der Slope-Wert drückt die Schwierigkeit eines Golfplatzes für einen Bogey-Golfer mit HCP 18 aus. Dabei gibt er nicht die durchschnittliche Anzahl von Schlägen wieder, die dieser Spieler für den Platz benötigt, sondern nur das Verhältnis zum Scratch-Golfer. Dieser Wert kann von ca. 65 bis zu ca. 150 gehen. Bei einem durchschnittlich schweren Golfplatz geht man von einem Slope-Wert von 113 aus. Das wird an der Formel zur Ermittlung der (für jeden Platz anderen) Spielvorgabe aus der eigenen Stammvorgabe deutlich.

SPIELVORGABE = STAMMVORGABE × (SLOPE-WERT / 113) - CR-WERT + PAR

Da ist wohl eine Erläuterung fällig:
Wenn ein Golfspieler mit Handicap -18,0 auf einem Golfplatz mit einem Par von 72, einem Slope von beispielsweise 125 und einem CR-Wert von 73,4 spielt, so wird er im Durchschnitt statt nur Bogeys auf einer Runde 17 Bogeys und ein Double-Bogey spielen. Der Platz wäre also somit überdurchschnittlich schwer – deshalb bekommt der Spieler auf dem Platz das Handicap 19.

Damit sind dann jetzt wohl alle Klarheiten beseitigt.... ;-)

CBA = Computed Buffer Adjustment

Diese Pufferzonenanpassung ersetzt das bis Ende 2011 verwendete CSA („Computed Buffer Adjustment“)

Nach Beendigung jeder 18-Löcher-Runde eines vorgabenwirksamen Wettspiels muss die Pufferzonenanpassung nach einem bestimmten Verfahren berechnet werden.

Der Hintergrund des CBA
Der einzige Zweck einer Vorgabe besteht darin, das Netto-Spielergebnis eines Spielers mit den Netto-Spielergebnissen anderer Spieler ins Verhältnis zu setzen. Nach überdurchschnittlich guten oder unterdurchschnittlich schlechten Ergebnissen wird die Vorgabe herauf- oder herabgesetzt, und für das nächste Wettspiel oder die nächste sonstige Runde erhält der Spieler entsprechend mehr oder weniger Vorgabenschläge, was die Chancengleichheit gewährleisten soll.

Da es nicht möglich ist, etwa jeden Tag ein aktuelles Course-Rating zu erstellen, hat die Handicap-Research-Group der European Golf Association mit ausführlichen Untersuchungen von Millionen Wettspieldaten aus verschiedenen Ländern festgestellt, wie oft ein Spieler mit einer DGV-Stammvorgabe zwischen 0 und 26,4 (DGV-Vorgabenklassen 1 bis 4), „in der Pufferzone“ oder besser spielt. Diese Daten sind jetzt die Grundlage, um zu bestimmen, ob die Ergebnisse in einem bestimmten Wettspiel so ausgefallen sind, wie es unter normalen Umständen der Fall gewesen wäre. Für einen aussagekräftigen Vergleich der Abweichung der gespielten Ergebnisse von den durchschnittlich erzielten Spielergebnissen werden mindestens zehn Spieler der Vorgabenklassen 1 bis 4 benötigt.

Durch die von diesen Spielern erzielten Ergebnisse kann nun, als Ergänzung zum bestehenden Course-Rating, die tagesaktuelle Schwierigkeit des gespielten Platzes ermittelt werden (Pufferzonenanpassung). Weicht die Schwierigkeit besonders stark von den durchschnittlichen Course-Rating-Werten ab, so wird die Pufferzone, die zur Herauf- bzw. Herabsetzung der Vorgaben aller Teilnehmer berücksichtigt wird, nach oben oder unten verschoben und die Vergleichbarkeit der Ergebnisse mit allen anderen nach dem Course-Rating-System bewerteten Golfplätze ist wieder gegeben.

Soweit die Planung – gefunden auf golf.de rules4you.

Lassen wir uns überraschen... Die Zahlenakrobatik der CBA-Berechnung wird vom Computer im Clubsekretariat erledigt.

EDS = Extra Day Score

Eine vorgabewirksame Privatrunde bezeichnet man als „Extra Day Score“ (EDS). Eine solche Golfrunde dürfen seit 2012 Spieler/innen mit einer Stammvorgabe höher als -4,5 spielen. Der den Golfer begleitende Zähler muss HCP -36,0 oder besser haben und die Runde muss vorher im Sekretariat registriert werden. Extra Day Scores können nur auf dem Heimatgolfplatz gespielt werden. Damit die Vorgabe die reelle Spielstärke wiedergibt, darf man so viele EDS-Runden spielen, wie man will und auch über 9 Loch gilt die Wertung.

(Text verfasst von Britta Säckler, aktualisiert im April 2012)

Viele Begriffe sind schon in der Rubrik „Golferlatein“ erklärt – wer möchte, kann hier nachlesen, wie das mit dem Handicap eigentlich geht und wie das Punkte-System „Stableford“ funktioniert.

Vielleicht qualmt Ihnen beim Lesen der Kopf - leichter verständlich wird das Ganze sicher, wenn Sie es sich von einer versierten Golferin oder einem sachkundigen Golfer persönlich erklären lassen und vor allem immer wieder beim eigenen Spiel erleben. Dennoch – möglicherweise hilft dem einen oder anderen Neu-Golfer diese theoretische Grundlage vor oder nach einer persönlichen Schulung beim Regelabend oder durch Golffreunde im GCSO. Weitere Informationen zu Variationen unseres Sports erhalten Sie auch auf der Seite „Spielarten“.

Schönes Spiel!

P.S. Hier wie auf den anderen Seiten der Rubrik beschränken wir uns zumeist auf die maskuline Form „Golfer“ oder „Spieler“. Die feminine ist dabei aber natürlich immer mitgedacht – allein der besseren Lesbarkeit wegen verzichten wir auf umständliche Formulierungen, die der Gebrauch beider Formen mit sich bringen würde und bitten GolferINNEN um Verständnis.

Golfclub Siegen-Olpe e.V.

Am Golfplatz 1, 57482 Wenden
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Wir wünschen Ihnen
ein schönes Spiel